Adrcross 2011

Nachdem unsere liebe Pani Meierova diesen Herbst ihrer Krankheit erlag, hat sich eine kleine „Delegation“ von HO PIVO (und Nicht-HO PIVLERN) dieses Jahr mit etwas gemischten Gefühlen zum Adrcross ins Hause Meier aufgemacht.

Jens (Stecker) und Jürgen (Orli) waren mit ihren Rädern bereits da, als wir (die Patchwork-Familie Meier/Meyer, diesmal zu sechst) ankamen, und kurz nach uns trudelte Sandra mit den Kindern, ihrer Freundin Susi und Jens (Honza) ein.

Leider (bzw. wie sich später rausstellt zum Glück) bekamen wir in der Pivnice kurz vor 22Uhr nicht mal mehr ein Bier, obwohl draußen dran steht, dass Freitag und Samstag bis 24Uhr geöffnet ist. Blieb uns nur noch für Samstag bei Pete 2 Tische zu reservieren. Die Kinder sind uns auf dem Weg zurück auf der Suche nach Kneipe mit Essen fast „verhungert“ und da im Penjak rammel voll und Luft zum Schneiden war, mussten wir noch bis zur Hospoda. Dort war zwar auch voll, aber für uns 13 Leute fand sich nach und nach doch noch Platz. Das Beste aber war, dass wir hier bei bester böhmischer Live-Musik!!! die gesamte Speisekarte nach Herzenslust hoch und runter essen konnten. Da wurden auch die Kinder wieder verträglich.

Außer Honza (er wurde wohl zusammen mit paar Tschechen und Stephan Andy mit Freundin Solveig vom Wirt zu morgendlicher Stunde aus der Kneipe gefegt) sind wir alle auf Grund müder Kinder oder eigener Müdigkeit mehr oder weniger pünktlich ins Bett, man wollte morgen zum Crosslauf ja auch fit sein (bei Meiers haben wir natürlich trotzdem noch bisl gesessen).

Am nächsten Morgen, als wir alle am gemütlichen Frühstückstisch saßen, radelten Michi und Rolle gegen halb 10 bei Meiers ein. Damit hatten die beiden ihr erstes Etappenziel von ihrem „Adrcrosswochenendmarathon“ erreicht. Sie hatten sich nach einem arbeitsreichen Freitag (ich weiß nur von Rolle, dass er Freitag früh um 5 aufgestanden ist und den ganzen Tag in Dresden aufm Dach war) ab 22Uhr auf ihre Räder gesetzt und wollen nach dem Cross gleich wieder zurückfahren. Nachdem Rolle beim Frühstück der erste war, der die von Stelzers per Auto mitgebrachten Bierreserven öffnete (am Abend vorher gab es Tee!!), wurde der Samstag nun mehr oder weniger mit Rennen verbracht. Trotz dass wir beim Kinderstart etwas spät dran waren (ein Dankeschön an Rolle nochmal, der uns zum Glück halb elf vom Frühstückstisch hoch gescheucht hat), durften Mattis, Arved und Fredrik noch mit rennen (Laureen hat sich das Ganze lieber angeschaut).

Bei den großen HO PIVLERN war Honza wieder unser Schnellster. Jannik kam diesmal „nur“ knapp eine Minute (statt letztes Jahr knapp 2 Minuten) VOR Lutz ins Ziel (Das will Lutz nächstes Jahr ändern)

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Rolle hat sich super geschlagen (er hatte schon schlechtere Jahre), obwohl er zwischenzeitlich wirklich schlecht aussah und sogar das von Michi bereitgehaltene Bier verschmähte (Michi ist übrigens nicht mit gerannt, weil es ihm nicht gut ging). Aber am Ende bekam er zu unserer Erleichterung doch wieder Farbe ins Gesicht, trotz Tee.

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Sandra hat die Ehre der HO PIVO Frauen hoch gehalten (dafür ein Extra-Dankeschön von mir persönlich) und ist vor Orli (zu dessen Leidwesen) ins Ziel gekommen , was sicher NICHT daran lag, dass Orli am Bierstand bei Michi so kräftig zugeschlagen hat . Zu guter Letzt (aber nicht als Letzter!) ist Thomas (Meyer) begleitet von Jannik und Lutz durchs Ziel gekommen,

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er ist wie auch Orli zum ersten Mal mitgerannt und hat danach regelrecht gestrahlt vor Glück.

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Während dann die „Gruppe“ Stelzer noch bei der Siegerehrung dabei war, machte sich die „Gruppe“ Meier zum Klettern auf und ich leistete zusammen mit Orli unseren beiden Sofort-Wieder-Nach-Hause-Radlern noch Gesellschaft beim Mittag in der Pivnice. Dort habe ich von Rolle erfahren, dass er sogar noch auf ner Pflichtmaus war, fragt ihn selbst, wann er das gemacht hat, aber ihr kennt ihn ja, entweder richtig oder gar nicht!
Gegen halb drei sind Michi und Rolle dann mit allen guten Wünschen gestartet.

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Die „Gruppe“ Stelzer ist noch eine Runde durch die Felsen gelaufen, damit Susi mal einen Eindruck bekommt. Orli ist mit Stephan Andy und Solveig hinterm Lom noch klettern gegangen, er kam abends mit geschwollenen Händen und kopfschüttelnd zurück, er sagte nur, es wäre eine Sechs gewesen und er hätte sich damit seinen diesjährigen Schnitt versaut.

Ich bin noch Lutz hinterher, der sich einen Gipfel irgendwo am König raussuchen wollte. Als ich Lutz, Thomas und die Kinder gefunden hatte, war Lutz kurz vorm Ring eines unbedeutenden, grün schimmernden Haufens. Und als Lutz nach einigen mutigen Zügen und am Ende sogar mittels Sicherung von oben den Gipfel erreichte (Seil über den Gipfel und die Abseilöse geworfen und von der anderen Seite durch mich zusätzlich gesichert), kletterte ich gefolgt von Thomas und Jannik hinterher. Nachdem ich lange nicht mehr so schmierigen Fels unter den Fingern hatte (de Seefe is nüschd dagegen), wollte ich mich über einen neuen Gipfel freuen, aber als ich das Buch aufschlug, las ich auf der zweiten Seite meinen Namen. Wenigstens war es 15 Jahre her, so dass es in Ordnung ist, wenn man sich an solch“ lohnende“ Gipfel nicht mehr erinnert, wahrscheinlich hatten wir die Kletterei damals gleich abends in der Kneipe wieder gelöscht. Ja und da es auch allmählich dunkel wurde, begaben wir uns nach noch einer kleinen Aktion, die mehr mit Hangeln und Bauen, als mit Klettern zu tun hatte zurück zu Meiers.

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Nach einer kleinen Kaffeepause ging’s dann in die Pivnice. Lutz, Thomas, Mattis, Arved und Jannik drehten noch eine Runde durch die Felsen, während wir anderen uns in der übervollen Kneipe für die fünf Nachtwanderer im Plätze frei halten übten. Natürlich spielte wieder Live-Musik und nachdem alle gegessen hatten und die Kinder irgendwann ins Bett gebracht waren, tanzten wir auch, sogar Stecker musste, und ich glaub, so schlimm war es gar nicht, jedenfalls war er recht lang mit Sandra auf der Tanzfläche (man munkelt, er wollte es sogar). Die Rotweincola schmeckte wie immer sehr lecker und das Bier sicherlich auch (da müsst ihr aber die Biertrinker fragen). Honza hat Orli überredet, mit ihm mit dem Rad am nächsten Tag zurückzufahren, weshalb die beiden an diesem Abend nicht so sehr alt wurden. Außerdem hatte Orli sowieso mit einer Metaxabestellung sein Kontingent überzogen (er hatte überhaupt kein Geld mit und hat sich vorläufig von Familie Stelzer aushalten lassen), er fragte den Kellner beim Bestellen, ob er einen 5-Sterne-Metaxa bekommen könne, worauf er fünf Gläser Metaxa bekam. Ich weiß gar nicht, wer die dann alle getrunken hat, bezahlt wurden sie erst mal von Jens und Sandra. Wir Frauen jedenfalls haben uns auf Einstein geeinigt, der lief gut und war sehr lecker.

Stephan Andy und Solveig gesellten sich an diesem Abend mit an unseren Tisch, was uns nebst den alten Kontakten von Stecker ein paar Tschechen an den Tisch bescherte. Auch ich hab (nebst Ludvar, er ist ja jedes Jahr da) einen alten Bekannten getroffen (Kristin kann sich vielleicht noch an Jirka erinnern?) und so waren wir ein bunt gemischter Tisch und alles übte sich im Tschechisch, Deutsch und auch Englisch. Es wurde ein echt schöner Abend, bei dem auch neue Bekanntschaften entstanden. Jens und Sandra verabredeten sich mit ein paar Tschechen für den nächsten Tag zum Klettern in Teplice und über die sehr nette Frau von Jirka lernten wir einen Gleitschirmflieger mit Namen Libor kennen, der Adrspach und Umgebung von oben fotografiert. Am nächsten Tag, als Stecker und ich beim Herrn Meier zum Bezahlen saßen, zeigte uns Herr Meier einen Kalender mit fantastischen Luftaufnahmen von der Gegend. Und wie sollte es anders sein, sie waren natürlich von Libor. An dieser Stelle kommt meine im Bierkeller schon vorab versprochene kleine Überraschung für alle Adrfans von euch. Libor hat mir seine Internetseite aufgeschrieben und als wir zu Hause waren, musste ich sofort nachsehen. Schaut es euch selbst an, die Bilder sind einfach fantastisch!!

www.shora.cz

Wir haben also die Pivnice nicht eher verlassen, bevor uns nicht Pete freundlich drauf hinwies, nächstes Jahr wieder..., diesmal wurden wir hier sozusagen raus gekehrt. Es war ein wirklich wunderschöner Abend, fast wie in alten Zeiten!! Und während wir es uns bei Pivo, Houba und Einstein so richtig gut gehen ließen, strampelten Michi und Rolle ihrem Bett entgegen, sie waren so gegen halb drei Uhr morgens zu Hause (bevor ihr jetzt rechnet, das sind für: zum Adrcross mit Rad hin, mitlaufen, Gipfel klettern und wieder zurück alles zusammen in 28 1/2 Stunden!!). Beide berichteten mir, dass es nicht mehr so lustig ist, wenn man auf dem Fahrrad wegnickt, aber beide sind stets vorm Straßengraben wieder aufgewacht. Das größte Problem war also die Müdigkeit!!

Beim Bezahlen der Übernachtung am nächsten Morgen haben wir (Stecker und ich) auch eine Karte und die kleine finanzielle Aufmerksamkeit von HO PIVO an Herrn Meier übergeben. Er hat sich sehr gefreut, wirklich! Dabei erzählte er auch, dass er und Frau Meier dieses Jahr noch am Ortler waren und zeigte uns Fotos, die er in der Stube hängen hatte. Da war Stecker zum Glück genau der Richtige, der mit mir mit oben war (ich wollte diesmal nicht allein bezahlen gehen, da ich doch recht nah am Wasser gebaut bin). Jens konnte auf den Fotos gleich alle Berge mit Namen nennen, außer dem Ortler hatte ich diese Namen noch nie gehört. Für Herrn Meier war es aber glaub ich schön, dass da einer genau Bescheid wusste und richtig mitreden konnte. Er meinte auch, dass ihn hier zu Hause alles an Marinka erinnert und er deshalb raus muss. Er hat was von der Karibik nächstes Jahr gesagt. Das macht er richtig so. Wir haben ihn auch abends in der Pivnice gesehen, es ist schön, dass er unter Leute geht. Sein Sohn war auch da und da hoffen wir mal, dass er nicht allzu oft allein sein muss.

Alles in allem war es sozusagen mal wieder ein echt superschönes gelungenes Adrwochenende. Für nächstes Jahr ist beim Herrn Meier schon bestellt und darauf freuen wir uns schon!!

Šárka Pechková 225 , Thomas Groetyschel 449
Dieses Foto habe ich noch im Internet unter der von Honza beschriebenen Seite gefunden.

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