Hohe Tour 2017

Im Schneesturm auf'm Erzgebirgskamm - NEU MIT KOMMENTAR

(Text/Bilder: Michi)

Wie jedes Jahr, wenn es die Schneebedingungen zulassen, fährt man die Hohe Tour. Dieses Jahr war Kay mit einer Gruppe um Jonas die Vorreiter auf der Piste. Laut Recherche wurde auch Wuschel in der Loipe gesichtet. Am 14.01.2017 war es für mich soweit, mit zwei Vätern der gemeinschaftlichen Klasse 3 aus der Grundschule Papstdorf die Strecke zu bezwingen.

Die geschützte Loipe bis zum Mückentürmchen war auch recht angenehm zu bestreiten. Auf den restlichen Metern bis zur Chata über die langgestreckten Felder wurden wir von starken Sturm und viel Neuschnee begleitet, so dass wir erst 15:20 unser Mittag in der Touristika Chata in Tisa genießen konnten. Im Hellen sind wir noch bis zum Schneeberg gekommen. Den Abschluss konnten wir dann im Dunklen bestreiten. Und ich muss sagen, es ist recht lohnend, den Taubenteich mit Stirnlampen zu suchen (Danke Kay für den Tipp).

Anbei ein paar Impressionen:

 

Eine Frage der Sichtweise:

(kommentiert von Papa 3 / Tec)

Ab Schneeberg zündeten wir unsere Stirnlampen. Ich hoffte dass wir auf der Ebene unterm Schneeberg links wegbiegen, aber Michi ging bergauf, ich dachte ich spinne. Das darf doch nicht wahr sein.

Meine Stimmung war weit im Keller, aber nicht aufregen, schließlich kam die Idee von mir.

Nach X km kam die nächste Folteraktion. Es folgenden Blinde-Kuh-Abfahrten im dunklen mit Stirnlampe, welche nur die ersten Meter ausleuchtet.

So wartete ich ab bis Michis Stirnlampe sich im dunklen nicht mehr bergab bewegte und folgte darauf in guter Hoffnung, dass ich sturzfrei ankomme. Alles gut.

Noch besser hatte es Papa 2, er hatte keine Stirnlampe. Er nutzte wohlmöglich seine Fledermaus-Instinkte.

Stip Stap, schön weiter als letzter im dunklem Wald, und der Kollegen sind nicht mehr zu sehen.

Wir entschieden zum Taubenteich zu fahren, wäre wohl besser und nicht die gespurte Loipe nach Maxdorf.

Wir passierten ca. 18:00 Uhr in Kristin Radek die Kneipe und verzichteten leider auf ein Schnellbier.

Michi entschied davor in den Wald abzubiegen, denn dort muss es ja langgehen, so Aussage Michi.

Alles klar, der Führer wird’s schon wissen. Es entpuppte sich jedoch als geografische Sackgasse, aus nicht gespurten Weg mit 20 – 30 cm Neuschnee, wunderbar, wurde herrlicher Wald mit großen und vielen ganz kleinen Bäumen, ideal für Langläufer. Im Schnee fand man Spuren wie eine Bobbahn, welche die Wildschweine mit ihren Hängebäuchen und den kurzen Beinen eingefurcht haben. Das entspannt, fehlt nur noch das mir so ein Gerät in die Seite rein donnert.

Unsere mobilen Reisunterstützer waren ebenfalls unfähig ähnlich wie meine Stirnlampe. Plötzlich begegnete uns ein Grenzstein. Ah, wir sind in Deutschland. Wir starteten unsere Blinde-Kuh-Freeridelanglauf-Ski-Programm. Michi überzeugte mit Kühnheit, in dem er tadellos und sturzfrei mit den langen Skiern bergab düste. Wir entschieden zu laufen, ggf. möbeln wir noch einen Grenzschein nieder, oder der uns.

Anschl. kam der Gedanke, wir müssen das Tal runter, und was ist im Tal? ein Bach. Der war schnell gefunden, wir folgten diesem, und da kam die Spur wieder, die wir nur wenige Meter verfehlten.

Anschl. am Taubenteich vorbei und gefühlte 2 h auf stumpfen Weg unendlich bis Cunnersdorf. Dort angekommen, wurden wir vom Faschingsverein Cunnersdorf begrüßt. Diese fragten, wo kommst Du denn her. Aus Altenberg, … keine weiteren Fragen. Willste einen Glühwein? Oh ne, der haut mich um, aber ein Bier wär nicht schlecht. Ein Kollege düste ins Vereinshaus, kam im Stechschritt mit einem schäumenden Bier an, angesetzt und in ca. 5 Sek war das Gerät ausgesaugt.

Dafür noch mal ein herzliches Danke. Ich komme gern wieder.

Somit war eine Grundbedürfnis wieder in der Waage.

100 m weiter wartete die gute Fee von Michi und die Selbstverstümmlung hatte ein Ende.

Zur Strafe wird die Tour schnellst möglichst wiederholt. Tec

 

Eine weitere Frage der Sichtweise:

(kommentiert von Papa 2 / Sven)

... es hat mir mit Euch großen Spaß gemacht draußen zu sein und den Naturgewalten zu trotzen.

 

Während der gesamten Tour ging es mir den Umständen entsprechend trotz der außergewöhnlichen Anstrengung recht gut. Die Tour hatte ich einfacher in Erinnerung, doch bei Schneesturm und schlechter Sicht dauert alles länger. Im Hochgebirge wird es bei solchen Bedingungen schnell lebensgefährlich. Mich begleitete ständig der Gedanke ob wir noch auf den richtigen Weg sind und ob wir es bis zur Dunkelheit schaffen. Das ersehnte Zwischenziel Tisa wollte und wollte nicht näher kommen (der erste Wegweiser zeigte 7km der nächste 15km an) und die Dehydrierung machte mir zunehmend zu schaffen. Unsere Pause in der Chata kam dann gerade noch zurecht.

Auf der 2. Etappe machte mir nicht nur die Dunkelheit wegen der vergessenen Stirnlampe zu schaffen sondern auch die nun folgenden anspruchsvollen Abfahrten. Zum Glück konnte ich mich noch an meinen schmerzhaften Sturz vor einigen Jahren bei der langen Abfahrt nach dem Schneeberg erinnern und zog es somit vor mit Tec hinunter zu laufen. Während Micha unten lange warten musste. Der weitere Weg von Kristin Radek zum Taubenteich wurde mehr und mehr vom Wald erschwert und undurchdringlicher,so dass ich mir die Frage stellte ob wir unsere Lage noch im Griff haben. In ein falsches Tal gelangen und die Irrfahrt wird endlos. Doch plötzlich findet Michi eine Skispur auf den Waldpfad zum Taubenteich hinab. Jetzt war alles wieder gut. Die ungespurte "Abfahrt" nach Cunnersdorf mit kräftigen Stockeinsatz forderte die letzten Reserven und der Weg nahm einfach kein Ende. Zum Glück kommt der Notruf zur Abholung per Automobil bei mäßigem Empfang zu Michis Frau durch. Nach einigen nicht enden wollenden Kilometern steht hintern Cunnersdorfer Bad das rettende Fahrzeug.

Noch einmal vielen Dank für die Heimfahrt durch Kristin. Der weite Weg bis nach Gohrisch wäre eine Tortur geworden.

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