Bergsteigen am Mt. Cook, Kajaktour im Abel Tasman NP, Heaphy Run (84 km)

Lukas' Eltern zu Besuch in NZ

Grüßt Euch!

Wollten mal wieder was von uns hören lassen. Uns geht's supi! Wir geniessen hier schon in vollen Zügen die ersten schönen Herbsttage und unsere letzten paar Wochen in Wanaka. Unsere nächste große Reise soll nach Down-Under gehen. Wollen dort für weitere 12 Monate umherreisen & arbeiten. Haben dafür wieder work & holiday visas beantragt und genehmigt bekommen. Wir haben geplant, Mitte bzw. Ende April nach Aussie zu fliegen. Vorher müssen wir nur noch unseren Mazda an den Mann bzw. die Frau bringen. Mein & Lukas letzter Arbeitstag wird der 31.03. sein. Am 03.04. werden wir dann aus unserem Häusel ausziehen. Wollen anschließend noch für paar Tage auf der Südinsel bleiben und uns noch was anschauen bevor es nach Australien geht. Aber nun zu den eigentlichen News. Wir beiden haben uns mal hingesetzt und unsere ganzen Erlebnisse & Unternehmungen der letzten Wochen schriftlich festgehalten.

Es gibt Berge die eine unheimliche Anziehungskraft haben und erst recht, wenn man schon mal Zeit oder die Möglichkeit hat, sie zu erklettern. Folgendes mal vorab, die notwendige Zeit hatten wir nur bedingt, da wir recht viel Attraktionen sehen und erleben wollten. Die Zeit wie gesagt war nur knapp und hoch wollten wir ja auch, also wie immer ran, hoch und runter nach altsächsischer Manier. Das funktioniert nicht unbedingt immer an allen Bergen, wie in diesem Beispiel. Die Möglichkeit zur Besteigung des Mt. Cook ergab sich für mich da meine Eltern Urlaub in Neuseeland planten.

Am Sonntag 23.01.11 war es soweit, ich holte die beiden vom Flughafen in Christchurch ab. Susi blieb in Wanaka, weil sie erst vom 29.01.-13.02. Urlaub nehmen konnte. Mit dem Auto ging es für uns dreie danach auch gleich weiter, was recht stressig war für meine Eltern, nach 12 Stunden Flug noch mal 3 Stunden mit dem Auto zu fahren plus die Zeitumstellung. Irgendwann kamen wir aber doch im Mt. Cook Village an, bauten unser Zelt auf und genossen den Abend mit einer Flasche Rotwein welcher bei der Proviantversorgung nicht fehlen durfte.

Am nächsten Tag, dem Montag 24.01.11, erledigten wir alle organisatorischen Dinge die für die Tour notwendig waren. Wir gingen zum Nationalpark Center wo wir uns für die Plateau Hütte anmeldeten. Dort erfuhren wir auch, dass wir zu spät in der Saison wären und das der Gletscher sehr ausgearbeitet ist und der Rückweg, was der meist begangene Weg ist über den Linda Gletscher nicht möglich wäre. Die letzte Seilschaft die den Weg versuchte wurde ausgeflogen wegen unpassierbaren Spalten. Das Wetter war nicht zu schlecht gemeldet und wir entschlossen uns für einen Gipfelversuch. Um Zeit zu sparen flogen wir auf die Plateau Hut hoch. Nun standen wir da und konnten die ganze Schönheit des Berges in der nachmittäglichen Sonne genießen und unseren Aufstiegsroute in aller Ruhe studieren. Es war schon ein komisches Gefühl letztes Jahr brauchten wir 12.5 Stunden um bis zur Hütte zu gelangen und diesmal ging das in zehn Minuten. Am Abend wurde der aktuelle Wetterbericht per Funk durchgegeben,Tiefdruckfront mit leichtem Regen am Nachmittag und Wind bis 75 km/h auf 3000m. Wir entschlossen uns für einen zeitigen Start um dem schlimmsten vorweg zu sein.

Dienstag 0100 Uhr Start, wir liefen im Mondschein über das Plateau zum Einstieg der Zurbriggen Ridge (Grat). In Mondlicht sahen wir wie sich in Entfernung ein gewaltiges Stück des Eisbruches löste und mit Getöse auf dem Linda Gletscher zerschellte. Wir erreichten den Einstieg, um an den Zurbriggen Grat zu gelangen, war es erforderlich einen Lawinentrichter hoch zu steigen kleinere Spalten zu queren und ein paar Steilstufen von etwa 3m Höhe und 80 Grad Steigung zu überwinden, danach wurde das Gelände etwas angenehmer 50 bis 60 Grad Steigung durch welches wir schnell an Höhe gewannen. Der Grat schützte uns vor dem schnell zunehmenden Wind. 0530 Uhr konnten wir endlich sehen wo wir waren, durch den beeindruckenden Sonnenaufgang. 0930 Uhr erreichten wir die Grat Schulter auf 3200M auch als die Gipfelfelsen bezeichnet. Von hier aus führen Auf- und Abstieg zusammen weitere zwei Seillängen Felskletterei und einen steiler Gipfelgrat zum höchsten Punkt. Wir beide, ich und mein Vater waren schon recht geschafft, wurden erstmal in Deckung gezwungen da Kommunikation durch den Sturm nur sehr schwer möglich war. Mit der Information dass ein Rückweg, angeblich, nicht möglich war und das Wetter sich scheinbar schnell änderte, trafen wir die beste Entscheidung und die hieß runter statt hoch. Der Abstieg über den Linda Gletscher ist nicht wesentlich einfacher und im oberen Teil auch sehr steil.

Im unteren ist der Abstieg durch Wegfindung durch das Spaltenlabyrinth geprägt, seitlich passiert man große Eisbrüche unter denen man am besten zügig vorbei geht. Wir fanden den Rückweg und mussten nur eine Spalte durchqueren von etwa 20 m Breite, die Schneebrücke war noch da nur zehn Meter tiefer. Wir erreichten die Plateau Hütte um 1430 Uhr. Zwei Stunden später begann es zu regnen.

Wir entschlossen uns den Abstieg zurück zum Mt Cook Village zu wagen, trotz schlechtem Wetter. Also gingen wir um 0900 Uhr los und stiegen über die Haast Ridge ab. Wir erreichten den Parkplatz 12 Stunden später, (mein persönliche Regenrekord im Bergsteigen) wo meine Mutter auf uns wartetet. Den nächsten Tag, natürlich blauer Himmel und Sonnenschein, nutzten wir zum Ausrüstung trocknen und zurückfahren nach Wanaka.

Wir viere hatten wirklich eine schöne gemeinsame Zeit miteinander! Erlebt und gesehen haben wir wieder ne' ganze Menge. Haben mit Manfred & Petra die Umgebung in und um Wanaka erkundet. Bei einer 5 stuendigen Fahrradtour entlang des Upper Clutha Rivers und einer kleinen Wanderung auf dem Lake Diamond Track konnten wir den beiden einen winzig kleinen Teil von Wanaka zeigen.

Paddeln stand auch auf unserem Plan, also fuhren wir entlang der Westcoast bis zum Abel Tasman National Park. Vom 02.-04.02. hatten wir eine 3taegige Kayaktour im Marahau gebucht. Nach dem Probepacken der Kayaks mit unseren ganzen Fresssachen, Campingausrüstung und einer anschließenden 4 1/2 stuendigen Belehrung und Übung auf dem Wasser, ging's für uns dann kurz nach 12 Uhr mit dem Watertaxi zum Ausgangspunkt (Onetahuti Beach). Mit zwei wunderschönen Übernachtungen in zwei verschiedenen Buchten, tollem Wetter und vielen schönen Erlebnissen auf dem Wasser und an Land ging's für uns am Freitag (04.02.) wieder zurück Richtung Marahau. Trotz leichtem Muskelkater und leichter Seekrankheit meinerseits, hat's richtig Spaß gemacht!

Nächstes Ereignis war Lukas' Doppeltmarathon. Lukas hatte sich für den 05.02. für den Heaphy Run (84 km) angemeldet. Darauf hatte er sich schon mehrere Wochen renntechnisch vorbereitet. Wir dreie Manfred, Petra & ich sind mit dem Mazda von Motueka über Westport nach Karamea gefahren um Lukas am Ziel zu empfangen und kräftig anzufeuern. Wir hatten es gerade noch so abgepasst rechtzeitig dort zu sein, als wir nämlich das Auto gerade abgeparkt hatten, kam auch schon Lukas angesprintet. Er belegte den 3. Platz von insgesamt 11 Läufern, echt tolle Leistung!!! Tja, andere wandern den Track in 3-4 Tagen und Lukas rannte alles in 8h40min und wir haben's gerade so geschafft von einer Küste zur anderen zu fahren. ;O)

Zurück vom paddeln und kurzem Aufenthalt in Wanaka fuhren wir weiter Richtung Milford Sound. Auf dem Weg dorthin machten wir noch einen kurzen Stopp. Vom 09.-10.02. waren wir noch wandern. War eine echt schöne & kurze Wanderung! Lukas hatte für seine Eltern am Freitag (11.02.) eine Bootsfahrt im Milford Sound gebucht. Wir beide blieben an Land, wir kannten das ja schon. Somit konnten Petra und Manfred bei der 2 ½ stuendigen Tour den Milford Sound bei schönstem Wetter alleine genießen. Noch am selben Tag fuhren wir nach Albert Town zurück. Die Tage vergingen leider viel zu schnell. ;O( Schon am 15.02. saßen Manfred & Petra wieder im Flieger und es ging für sie zurück nach Altendorf.

Für heute soll's dies erstmal gewesen sein. Macht's gut. Wir werden uns auf jedenfall wieder bei euch melden, wenn wir in Australien sind. Bis dahin!

Viel Spass beim Bilder angucken!

Herbstliche Grüße aus New Zealand senden euch, Susi und Lukas.

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