Kaffeetour zum Jedlova (Tannenberg 774 m)

Angekündigt war sie lange, nur die Teilnahme hielt sich doch sehr in Grenzen. Vielleicht weil alle im Urlaub waren? So starteten wir am 19.07.08 um 7.00 Uhr nur zu dritt (Michi, Rolle, Wuschel) auf dem Bad Schandauer Marktplatz. Die Hinfahrt führte über hügeliges Gelände auf ruhigen Straßen über Schmilka (bis dahin gibt’s den Elberadweg), Hrensko, Mezni Louka – Jetrichovice und Rynartice. Hier gab es die erste Bergwertung. Zum Glück wurden nicht auch noch Sprintwertungen ausgelobt. Weiter ging es über Chribska nach Jiretin pod Jedlovou. Hier wurde vor dem großen Berg erst mal der örtliche Konzum gestürmt, doch nicht einmal Rolle hatte Bier geholt! Nach einigen Tatranky und irschndwelche’n süsss’n Getränken machten wir uns auf den Weg in Richtung Gipfel. Der Berg besteht aus zwei Teilen: Der erste Teil führt bis zum Tollenstein auf Straßen. Hier gab es die zweite Bergwertung. Danach kann man auf geschotterten Waldwegen ca. 2 km verschnaufen bevor es dann noch einmal richtig zur Sache geht. Der letzte Anstieg ist nicht einmal 1 km lang dafür aber asphaltiert… Das war das Gute daran. Irgendjemand hatte mal „Tor zur Hölle“ auf die Straße geschrieben. Das trifft es auch sehr gut. Wäre der Berg noch 10 m länger gewesen, wäre ich an Herzversagen gestorben.

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Auf dem Gipfel trafen wir dann auf Andre und Katrin, die die Zugvariante über Decin gewählt hatten und fünf Minuten vor uns oben waren. (Das gelbe Trikot geht damit an Michi – über das rot gepunktete müssen wir noch am grünen Tisch verhandeln!) Vom Gipfel hat man eine wunderschöne Aussicht. Gegen einen geringen Obulus kann man den Aussichtsturm besteigen. Die Eintrittskarten dazu wurden mir mit einem bezaubernden Lächeln verkauft. Leider war die Aussicht vom Turm etwas getrübt durch das durchwachsene Wetter. In der Gaststätte gab es dann die üblichen elektrolythaltigen Sportgetränke serviert in Halblitergläsern vom bezaubernden Lächeln. Aber irgendwann mussten wir doch weiter. Die Burgruine Tollenstein – ein Basaltkegel nahe beim Tannenberg wurde noch besichtigt.

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Kurzfristig wurde noch ein Besuch der Kirnitzschquelle mit eingebaut. Der erste Teil des Weges führt über eine stark befahrene Fernverkehrsstraße, die auch noch mit 2 km Berg aufwartet. Doch in Studanka verlässt man über den blau markierten Weg die Straße und hat im Wald seine Ruhe. Zur Kirnitzschquelle ist es nun nicht mehr weit. Ein schöner Ort mitten im Wald hat er etwas Mystisches. Drei Quellen speisen die Kirnitzsch, die größte davon ist mit einem Pavillon überdacht. Wer die Kirnitzsch bei uns kennt, wird doch erstaunt sein über das wenige Wasser an ihrem Ursprung.

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Über fast ebenes Gelände (Katrin sieht das sicherlich etwas anders.) führt die Route weiter nach Doubice. Hier wurde Mittag gemacht in der Stara Hospoda. Die Kneipe ist sehr empfehlenswert, nicht nur wegen des Nippes, der überall herumsteht. Auch das Essen war sehr gut (Bier sowieso) und die Bedienung konnte sich allemal sehen lassen! Irgendwie ist auch mein Essen kalt gewesen, bevor ich es aufgegessen hatte. Wahrscheinlich hab’ ich es schon lauwarm bekommen … Von der Bedienung hat Andre nichts mitbekommen. Er konnte in Ruhe essen, weil er mit dem Rücken zum Gang saß. Seiner Frau war das sicherlich nicht unrecht.

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Hilft aber alles nichts, wir mussten weiter. Von Dobice ging es in Richtung Na Tokani (Balzhütten). Dort bestiegen Michi und Rolle noch eine Pflichtmaus.

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Kurz vor den Balzhütten zweigt der Lagergrund nach links ab. Dieser ist einer der landschaftlich schönsten Teile der Strecke. Unten kommt man auf die Böhmerstraße, die nach Hinterdittersbach führt. Früher mal so was wie ein Dorf, ist heute davon nichts mehr zu sehen. Hier wird die Grenze überfahren und es geht nun an der Kirnitzsch weiter bis nach Bad Schandau. Und da Wasser nur bergab fließt, sind auch keine Steigungen mehr zu erwarten. An der Buschmühle haben wir natürlich noch angehalten.

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Als ich dort ankam, saßen schon Backe, der hier zu unserer Tour dazu stieß, Rolle und Michi schon an einem Tisch voller Kellerfenster. Und als diese (und weitere) dann alle leer waren, meinte Backe: „Jetzt rollen wir gemütlich das Kirnitzschtal vor.“ Andre und Katrin sind leider schon viel eher aufgebrochen. Nun ging es mit durchschnittlich 40 km/h das Tal vor, wobei die Führung immer gewechselt wurde. Ich konnte eigentlich kaum dranbleiben aber Schwäche zeigen geht ja gleich gar nicht! An der Ostrauer Mühle verabschiedeten sich dann Michi und Rolle und es ging nun mit „gemütlichen“ 38 km/h bis Schandau weiter. Am Memory wurde scharf gebremst, dort saßen Eiserts und ließen ihren ersten Urlaubstag ausklingen. Eigentlich wollten sie in der Pfalz klettern, doch das ist schon wieder eine eigene Geschichte.

Es war eine sehr schöne Tour, aber nicht anspruchslos. Der zeitige Start machte sich auch bezahlt, da nicht jeder einen „dreißscher Schnitt“ fahren kann und will. Auch sollte man sich Zeit für die Landschaft nehmen, wenn man schon mal in diesem Gebiet ist! Die einzige Frau in der Runde hat sich mehr als achtbar geschlagen, hatte sie doch keine Zeit zum trainieren! Übrigens – Kaffee haben wir nicht einen getrunken …

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