Von A nach B – die Zweite, oder zurück in der Nebelheimat

Noch mal Herr X

Ein Jahr ist schnell vorüber – das ist zwar allgemein bekannt, wird desto trotz aber gern ignoriert. So erinnerte sich auch Herr X seines (Wetter)Sacks und Vorsatzes vom Vorjahr erst wieder, als die Blätter im lauen Herbstwind tanzten. Es wurden also wieder Karten und Fahrpläne studiert, das Spätsommerhoch beobachtet, und, das war neu, nach Begleitern gesucht. Nun ist das Interesse bei HO Pivoranern an MTB-Touren bekanntlich recht begrenzt, aber im Ergebnis des diesjährigen Radsommers, fand sich wiedermal Maik aus der mtb-news community als orts- und VVOkundiger Begleiter.

Bereits 08.11 Uhr entstieg das Duo der Müglitztalbahn und dank Maik waren die verlorenen Silberlinge des Vorjahresevents wieder auf der Habenseite verbucht.

Nach dem Umfahren der Galgenteiche auf bekannten Pfaden wurde, mehr oder weniger absichtlich, der Direktaufstieg auf den Kahleberg (und somit auch eine der zwei Tragepassagen des Vorjahres) gemieden. Nach Gipfel- und Fotorast ging es in diesem Jahr auf den Lugstein. Auf diesem, bei bestem Sonnenschein, gewahrte „X“ schon wieder seinen alten Widersacher: Nebel.

Kaum nach Passieren der deutsch-böhmischen Grenze waberte wieder dicker Nebel um die Radler.

Nicht nur deswegen gestaltete sich die Suche des Abzweigs gen Mückentürmchen zwischen den Souvenirbuden recht schwierig, aber bald wurde die Wandermarkierung „Roter Strich“ aufgegriffen und trotz jämmerlicher Sichtverhältnisse auf besten MTB-Wegen besagte Gastwirtschaft erreicht. Die frühe Vormittagsstunde, eine Sichtweite von vielleicht 20 Metern und die damit verbundenen recht tiefen Temperaturen trieben beide ohne große Pause weiter. Interessant im weiteren Wegverlauf war vielleicht die Tatsache, sich plötzlich inmitten einer Kuhherde innerhalb eines Kuhzauns wiederzufinden. Wo in dieses Areal eingedrungen wurde, ist bis heute unklar.

Sehr interessant war auch die Konversation, mitten auf einer Feldwegkreuzung bei Sichtweite 20m: „Und jetzt?“ „Siehst du eine Markierung?“ „Ne“ „Wo ist Osten?“ „Wo ist die Sonne?“ „Egal, ich denke es geht gerade aus“. (Nach weiteren 20m kam übrigens ein Baum mit der Wunschmarkierung...)

Nach einem Verhauer nahe Adolfsgrün (da gibt es eine neu ausgeschilderte MTB-Route Richtung Fürstenwalde) lichtete sich auf der Höhe bei Streckenwald der Nebel und man konnte neben dem A17 Neubau auch den weiteren Weg Richtung Tisa sehen – inklusive dicker Nebelschwaden.

Der Abschnitt Streckenwald – Schönwald – Peterswald - Tisa führt meist entlang öffentlicher Straßen. Das ist nicht besonders MTB gerecht und sollte deshalb ggf. noch mal nach Alternativen untersucht werden.

In Tisa schlug Gevatter Nebel wieder gnadenlos zu. Die Sichtweite betrug kaum 10 Meter und gegen 11.30 Uhr wurden die Akkuleuchten, welche eigentlich nur den Bahnzubringer in den frühen Morgenstunden absichern sollten, wieder aktiviert. Gebracht haben die bestimmt nichts, der gute Wille war aber erkennbar. In dicker Nebelsuppe wurde Schneedorf erreicht und einstimmig auf die Erklimmung des Hohen Schneebergs verzichtet. Bei permanentem Nebelniesel und Sichtweiten um einige -zig Meter sicher akzeptabel.

In der Grenzbaude wurde der drohende Hungerast mittels „Schnitzel natural“ kurzerhand abgesägt und mit Hilfe diverser elektrolythaltiger Substanzen sofort in pure Energie umgewandelt.

Diese wilde Entschlossenheit beeindruckte den Nebel sichtlich – er verzog sich. Der Gipfel des Hohen Schneebergs war nun zwar sichtbar, wurde aber kategorisch ignoriert. Strafe muss sein. Weiter ging es gemächlich die Straße bis Abzweig Kristianenburg und ab da auf dem „Grünen Strich“ nach Maxdorf. Der abschließende Trail via „Gelber Strich“ nach Niedergrund zeigte „X“ mal, was „befestigte Waldwege“ so alles zu bieten haben.

Es folgte ein entspanntes Ausrollen bis Bad Schandau (OT Krippen) und der VVO rundete die Tour ab.

Fazit: Die tschechische Variante der Hohen Tour per MTB ist im Vergleich zur deutschen Strecke des Vorjahres eher ein gemütlicher Halbtagesausflug bergab. Bis auf wenige Abschnitte ließe sich diese Route auch mit einem 26er Damenrad absolvieren. Inklusive Lenkereinkaufskorb. Nächstes Jahr also wieder diesseits der Grenze? Schauen wir mal...

Dank Backe, welcher Hightech für einen Kasten Bier verscherbelte, gibt es anstelle langweiliger Zahlen eine computergestütze graphische Auswertung.

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