Eine kleine Geschichte, der vergangenen Klettersaison

Es ist Frühling, die neue Saison ist in vollem Gange. Nun hat sicher fast jeder "Climber" eine Liste im Kopf oder sogar auf dem Papier.
Seine Wunschwege fürs neue Jahr.
Jetzt gibt es sicher einige Wege, welche von Jahr zu Jahr auf dieser Liste erscheinen. Nun könnte man sagen, es hat die Jahre zuvor einfach nicht gepasst, oder es hat gerade dann immer geregnet. Aber meist ist es doch so, man hat sich einfach nicht getraut diesen Weg anzugehen. Wie oft ist man schon dran vorbei geschlichen und hat sich gesagt, ist das eine Traumroute, die muss ich unbedingt mal machen.


Aber dieses mal wollte ich ernst machen. Es war Freitag der 17.Mai '03 und ich hatte mir einen Urlaubstag genehmigt. Am Abend zuvor rief ich Klaus an, er hatte Zeit und ich brauchte ihn nicht lange überreden. Auch bei ihm stand dieser Weg auf der Liste. Ich weiß von mir, das Spontaneität immer das beste Mittel ist. Lange mentale Vorbereitung liegt mir nicht.
Es war ein wundervoller Morgen, Sonne, blauer Himmel und angenehme Temperaturen.
Nach einer halben Stunde Zustieg, standen wir unter der Wand. Ich wollte gar nicht hochschauen. Ist eigentlich auch nicht notwendig ,man sieht eh nur einen laaangen Riss und eventuell in ca.45m Höhe den 1.Ring,dann eine glatte Wand und weit oben den 2.Ring. Danach geht's um die Kante in leichteres Gelände.

Nicht lange zögern, los geht's, sonst geht es mir wieder wie die Jahre zuvor.
Der Riss klemmt super und ist gut gesichert. Am 1.Ring angekommen traue ich meinen Augen kaum, der 2.Ring ist immer noch weit weg. Ich dachte das sieht nur von unten so weit aus. Die Wand ist kleingriffig, geht aber recht gut wenn man seinen Mut zusammen nimmt. Nach der Bandschlinge geht's nach rechts, die Griffe werden kurzzeitig weniger, jetzt ja ruhig bleiben. Zum 2.R.rechtsansteigend wird es wieder besser. Meine Anspannung wich als ich den großen Einhängegriff vorm Ring in der Hand hatte.
Ich ballte die Faust, schaute runter zu Klaus am 1.R. und meiner Kehle entwich ein lauter Juchzer. Jetzt noch ein kurzer Quergang und rum um die Kante. Dort erwartete mich noch eine heikle 7c Stelle, welche sich aber bald ergab. Der Rest ging schnell und wir standen auf dem Gipfel. Es war mein schönstes Geburtstagsgeschenk im vergangenen Jahr.

Danke Harry für diesen wundervollen sächsischen Kletterweg.

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