Es war einmal...

Sagen aus der Sächsischen Schweiz

Wenn man mal im Kletterführer nicht auf die Schwierigkeiten, Sternchen, die Erstbegeher oder die Beschreibung achtet - den Klefü sozusagen missbraucht - findet man eine Menge Namen von Gipfeln, Massiven, Aufstiegen und Regionen die aus Sagen oder historischen Begebenheiten abgeleitet oder übernommen wurden.



Damit Ihr Euch im Winter am Feuer beim Glühwein was zu erzählen habt, gibt es hier ein paar zum Nachlesen:


...und hier noch etwas Geschichte:

 

Die Barbarine
Na, diese Geschichte sollte wohl jeder kennen, darum nur noch mal ganz kurz

Die Pfaffensteiner Jungfrau

Einst soll eine Mutter aus Pfaffendorf ihre Tochter am Sonntag in die Kirche geschickt haben, diese ist aber statt zur Kirche in die Heidelbeeren gegangen. Als ihre Mutter, die ihr nachgegangen war, sie dort antraf, hat sie im Zorn die Tochter verwünscht, dass sie auf der Stelle zu Stein werde, was augenblicklich geschah. Die zu Stein gewordene Jungfrau soll nun für immer da stehen bleiben, um für alle ungehorsamen Kinder eine Warnung zu sein...
Anmerkung: Bis Mitte des 19.Jahrhunderts hieß die Barbarine allgemein die Pfaffensteiner Jungfrau. "Barbarine" soll der Taufname des Mädchen gewesen sein.

 

 

Die Nonne

Der Nonnenstein bei Weißig

Gegenüber der Bastei erhebt sich die auffällig vierseitige Felsgestalt des sogenannten Nonnensteins. Die Sage erzählt von einer Nonne und einem Mönch, die einander liebten aber durch die Eifersucht des Jünglings getrennt worden, worauf beide in getrennte Klöster gegangen wären - nah beieinander, nur durch die Elbe getrennt. Die Nonne soll nun jeden Morgen mit Hilfe eines angelehnten Baumes den Felsen erklommen haben um dort ihr Gebet zu verrichten und sehnsüchtig zur anderen Elbseite geblickt haben, in der Hoffnung, ihr Liebster könnte aus gleicher Ursache den gegenüberliegenden Felsen besteigen...

 

 

Die Mardertelle
Der Sage soll eine historische Begebenheit aus dem 11.Jahrhundert zugrunde liegen, als Kaiser Heinrich IV. die Vertreibung der Slawen vorantrieb...

Die Martertelle bei Rathen

Noch lange bevor die Burg Neurathen in den Schwedenkriegen als Zufluchtstätte diente, soll dort das sogenannte Alte Schloß gestanden haben. Diese wehrhafte Feste, im Besitz der Sorbenwenden, soll einst so unvermittelt von Deutschen angegriffen worden sein, dass sich die Überrumpelten beim ersten Schrecken zum großen Teil in den Abgrund stürzten. Noch lange Zeit danach sollen im Grunde außerordentlich viele Menschengebeine der dazumals heruntergestürtzten Sorbenwenden gefunden worden sein.
Anmerkung: In der Literatur findet sich die Schreibweise "Martertelle" wie auch "Mardertelle"

 

 

Die Quarkse
Über das Zwergenvolk aus dem südlichen Raum der Sächsischen Schweiz ranken sich viele Sagen, eine sei hier erwähnt..

Der Auszug der Quarkse

Das gutmütige Volk der Zwerge oder "Quarkse", das einst am Langenhennersdorfer Wasserfall und im Cottaer Spitzberge hauste, hat vor einigen Menschenaltern diese Orte verlassen.
Der Anlaß dazu war folgender: Einst hatte ein junges Mädchen, dem einer der Quarkse aus Liebe die Wohnung seiner Genossen am Wasserfalle gezeigt hatte, das Geheimnis in der Beichte verraten, und infolgedessen mussten alle fortziehen, worauf auch ihre Brüder aus dem Spitzberge sich ihnen anschlossen, mit Ausnahme der wenigen, die zur Bewachung des großen, im Spitzberge liegenden Schatzes zurückblieben.
An einem düsteren Novembermorgen, während ein dichter Nebel über der Erde lag, hörte man das Trippeln einer unzähligen Menge von kleinen Füßen, welche den Kirchweg herunter durch das Rottwerndorfer Tal nach Pirna zogen und sich dort über die Elbe setzen ließen.
Der Fuhrmann, der wegen des Nebels nicht sehen konnte, verlangte, als man ihm das "Hol über" zurief, für jede Person einen Pfennig Fährgeld, und als er die kleinen Wesen übergesetzt hatte, da fand er so viele Pfennige in seinem Kahne, dass er sie nicht zählen konnte, sondern mit der Metze messen musste und dadurch ein reicher Mann ward. Das Mädchen aber, welches das Geheimnis verraten hatte, starb nachher an gebrochenem Herzen.
Niemand weiß, ob die Zwerge, wie versprochen, wiederkommen werden und dann den Bergbau im nahen Städtchen Berggießhübel wieder aufleben wird. Sie haben versichert, dass das in hundert Jahren geschehen wird.

 

 

Sächsische Schweiz

Die "SÄCHSISCHE SCHWEIZ"

Wenn man als Sachse gefragt wird: "Fährst du am Wochenende in die Schweiz?", dann wird in den wenigsten Fällen der Alpenstaat gemeint sein.
Allerdings sind die Eidgenossen daran höchstwahrscheinlich selbst schuld. 1766 kamen der Porträtmaler Anton Graff (Winterthur) und der Kupferstecher Adrian Zingg (St.Gallen) an die Dresdner Kunstakademie. Noch im gleichen Jahr begannen sie mit Skizzenbuch die bis dahin größtenteils unbekannte Felsenwelt des Elbsandsteingebirges zu erkunden. Fasziniert von dieser schrieben sie in ihren Briefen und Notizen von der "Sächsischen Schweiz".

 

 

Steinerner Tisch

Der "STEINERNE TISCH"

Nahe dem gleichnamigen (miserablen) Gartenlokal steht ein steinerner Tisch, welcher an ein 1710 hier abgehaltenes Jagdfrühstück erinnert.

 

 

Bärengartenscheibe

Der "BÄRENGARTEN"

Unterhalb der Burg Hohnstein, in einem Seitental des Schindergrabens, befindet sich der ehemalige Hohnsteiner Bärenzwinger. Dieser wurde 1609 im Auftrag Christian II. zur Bärenhaltung angelegt. Nachdem etliche dieser Tierchen ausgebüchst waren, wurde das Gehege im Jahre 1756 geschlossen. Die restlichen Bären wurden auf Befehl August III. erschossen...

...und damit die Bergsteiger heute noch an das damalige Festmahl erinnert werden, gibt es eben die Bärengartenscheibe...!

(Anmerkung von Th.)

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