Im Gesäuse

Vater & Sohn klettern im Gebirge (22.08. - 26.08.2016)

Es war Jonas Idee, ins Gesäuse zu fahren und die Hochtor Nordwand zu klettern.

Die Wiener Kletterschule sagt dazu folgendes: „Der Peilstein ist bei Kletterern die Grundschule, die Raxalp ist die Hauptschule, der Wilde Kaiser die Realschule das Gesäuse aber ist das Gymnasium für uns Kraxler.“

Also Sachen packen und los ging es. Das Wetter sollte ja am Montag schön und beständig werden.

Wir kamen am Sonntagnachmittag am Parkplatz im Haindlkar an. Der Weg zur Haindlkarhütte auf 1120m der Stützpunkt für Nordwandgesichter war nicht sehr lang. So kamen wir nach 1,5h gegen 18 Uhr auf der netten Hütte an. Aber was ist das? Wir sind tatsächlich die einzigen Gäste und die Woche sollten auch nicht viel mehr dazu kommen. Zwei Kletterer und ein paar Wanderer. So hatten wir ein 40 Mann Lager ganz für uns allein.

Montag:

Stark bewölkt und leichter Regen. So ging Jonas noch mal ins Tal Geld holen und ich stieg derweil zum Einstieg der Jan-Zimmer-Route zur Hochtor Nordwand auf. Nach ca. 550 Hm ging es wieder runter und wir trafen uns gegen 12 wieder auf der Hütte.

Nach einer kurzen Pause ging es zum sog. Peternsteig, ein Weg durch die 3km breiten Nordwandabstürze, versteckt und mit ausgesetzten Kletterstellen im IIer Gelände.

Den Aufstieg hatte einst ein Wilderer entdeckt und immer wieder zur Flucht genutzt. Er konnte ihn bis ins hohe Alter geheim halten und so kam seine wahre Identität nie raus.

Wir kamen in der Peternscharte auf 2040m an und standen bei kräftigem Wind und Nebel. Na Toll, aber der Hüttenwirt sagte noch Morgen wird es schön, das dauert halt immer einen Tag länger bei uns. Und so ging es, noch mal voll konzentriert im Abstieg, zurück zur Hütte.

Dienstag:

Bewölkt ohne Regen aber schon heller als Gestern.

Aufbruch zur Jan-Zimmer. Eine Route mit 3+ nicht sehr schwer aber dafür mit ca.1000m Kletterlänge nicht zu unterschätzen. Wir gingen mit Zustiegsschuhen die Tour und auch das restliche Nass störte nicht wirklich. Nach 5,5h saßen wir auf dem Hochtorgipfel 2370m in der Sonne.

Runter ging es über den einen Grad in IIer Kletterei zum Dachlgipfel. Über das Dach gelangt man wieder aufsteigend auf die Rosskuppe 2150m und danach wieder abkletternd zur Peternscharte vom Vortag.

Nach ca. 3h Abstieg bereits in Rufweite der Hütte schallte es plötzlich vom Wirt zu uns herüber:"Bier oder Radler?" und der entsprechenden Antwort und 10 min später saßen wir mit dem Glas in der Hand vor der Hütte. Ein netter Service.

Mittwoch:

Ein wunderschöner Morgen, heute geht es zur Sache. Die Rosskuppenkante, ein Klassiker steht auf dem Plan.

7 Uhr Aufbruch und nach 1,5h waren wir am Einstieg. Da der Originalweg mit einer 6er Seillänge nicht sehr schwer ist, stiegen wir in die Route "60plus" ein. Der direkteste Weg immer an der Kante empor, mit 21 Seillängen. Wobei die letzten 5 wieder zur Originalkante gehören. Vor uns lagen 7 Längen mit 6+, 1 Länge mit 6 und eine mit 6+A0 oder frei 8 der Rest ist mit 5+, 5, und 4+ leichter.

Jonas meisterte die 8er Stelle, eine 10m überhängende Verschneidung mit einem kl. Abschlussdach bravourös. Da die letzte Hakenlasche fehlte, war am Dach auch kein A0 möglich, so dass ich alter Mann dann doch in den 7er Bereich musste. In der letzten schweren Seillänge bekam ich dann an der linken Hand plötzlich meine Finger nicht mehr gerade und ich war froh, dass danach nur noch leichteres Gelände folgte und die Griffe wieder größer wurden. Nach 8h Kletterei und dem bekanten Abstieg über den Peternsteig saßen wir gegen 19 Uhr wieder mit dem Glas in der Hand vor der Hütte.

Da wir beide ziemlich Platt waren und die Dachl Nordwand wegen eines Felssturzes nicht ging, entschlossen wir uns nach einem leckeren Essen dann doch zum Abstieg ins Tal.Stirnlampe auf und ab ging’s ins Tal.

Donnerstag:

Wer kennt von euch das Erzbergrodeo? Das ist eine Motocrossveranstaltung am sog. Erzberg. Von den diesjährigen 500 Startern des Rodeos kamen immerhin 9 ins Ziel. Is halt ne harte Sache. Da das gleich um die Ecke liegt ging es natürlich hin.

Eine Tour mit dem Hauly durch den Steinbruch und mit dem Zug unter Tage und nach 3h war die Führung beendet.Nachmittags noch eine 2 Seillängentour an einem Pass und der Tag ging zu Ende.

Nach einer Nacht auf einer Wiese ging es am Fr. wieder nach Hause.

Mann müsste die Zeit anhalten können um solche schönen Momente länger genießen zu können.

Login