Piz Palü 3905 m, Bumillerpfeiler

Himmelfahrt 2014

Dabei waren: Rolle & Michi, Kay & Wuschel

Unsere jährliche Tour war anfangs nur zu zweit geplant. Ich wollte mit Kay den östlichen Hängegletscher, eine reine Eistour, durchsteigen und den Normalweg mit Ski abfahren. Nun gesellten sich die beiden anderen zu uns, da für ihr Projekt das Wetter nicht günstig war. Da sie keine Ski dabei hatten und sie meine Tour zu anspruchslos fanden, wurde kurzerhand umgeplant. Der Bumillerpfeiler hat 600 Hm mit Stellen 5+ - im Sommer! Nun ist um diese Jahreszeit aber noch Winter in der Berninagruppe.

Das Wetter war günstig, für den Aufstiegstag so mittelprächtig und für den Gipfeltag war sogar Sonne angekündigt. Da wir als teilweise 4er-Seilschaft sowieso ein Biwak eingeplant hatten, passte das sehr gut.


Wir stiegen am Donnerstag, wo andere sich die Kante geben, zur Diavolezza auf. Die Hütte ist eine echte Empfehlung und nebenbei die einzige Möglichkeit zur Übernachtung bei dieser Tour. (Oder man tauscht die Hütte gegen eine Nacht im Zelt.) Das ganze hat fast Hotelcharakter. Wir schliefen zwar in Lagern, aber die Hütte war wenig besucht. Das Essen ist erstklassig - ein 4-Gänge-Menü. Gekostet hat der Spaß nur 56,- €. Für schweizer Verhältnisse ein absolutes Schnäppchen!
Der Weg über den Gletscher war mit den Samba-Tretern gut zu gehen. Dann folgen die ersten 200 Hm im steilen Firn. Der Felsteil war komplett verschneit und sehr schwierig zu klettern, mit Schnee auf den Griffen und dünnen Eisauflagen. Die Eisgeräte hatten wir die ganze Zeit an den Handgelenken. Teilweise wurde in den Schlüsselpassagen ohne Handschuhe geklettert. zum Glück war es nicht sehr kalt. Durch die etwas andere Routenwahl, die den Bedingungen geschuldet war, wurde die Kletterei sehr anstrengend, die uns alles abverlangte. Rolle und Kay haben im Vorsteig ganze Arbeit geleistet. Kurz unterhalb des Gipfels wurde in einer kleinen Schneehöhle biwakiert.


Am nächsten Tag wurden die letzten zwei Seillängen im Eis geklettert, dann war der Weg frei. Am zeitigen Vormittag standen wir am Gipfel. Nach der Gipfelrast ging es über den anfangs sehr ausgesetzten Gipfelgrat den Normalweg zurück. Im Abstieg begegneten und dann jede Menge Skitourengeher. Da wurde ich dann schon ein wenig neidisch. Es muss eine Wonne gewesen sein, bei Traumwetter durch den herrlichen Ppowder zu wedeln.
Auf der Hütte angekommen, machten wir uns nach einer ausgiebigen Rast gleich an den weiteren Abstieg. Naja, der Kay und ich haben uns die Bahn gegönnt. Auf der Rückfahrt suchten wir uns noch eine Kneipe, was, wie sich heraus stellte, gar nicht so einfach war. Übernachtet haben wir dann schon wieder in Österreich.


Alles in Allem eine Traumtour!

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